Eberhard Riedel ist tot – er war auch mit dem WSV 1923 verbunden
Eberhard Riedel ist tot. Den meisten wird er unbekannt sein. Aber Riedel war ein ganz Großer des Wintersports in der DDR. In einer Disziplin, die nicht zu den Stärken des kleinen Landes gehörte, nahm er dreimal an Winterolympiaden teil, im alpinen Skisport. Dabei war seine Spezialität der Riesenslalom. Aber begonnen hatte seine sportliche Laufbahn mit dem Skispringen in Lauter, wo er 1947 auf der Grieseschanze seinen ersten Sieg einfuhr. Der Sieg im Riesenslalom bei den 7. Internationalen Adelbodner Skitagen 1961 über die gesamte Weltelite gehörte zu seinen größten Erfolgen. Gern erzählte er auch die Geschichte, wie Walter Ulbricht bei ihm das Skifahren erlernte. 1968 begegnete ich Eberhard Riedel zufällig das erste Mal auf der Piste unter der Fichtelbergbahn, wo er trainierte. Ich entsinne mich, dass er die Strecke schnurstracks gerade runter fuhr, während ich mit seiner Anleitung viele Bogen brauchte, um dann auch endlich sicher unten anzukommen. Nachdem Skirennen in der DDR nicht mehr gefördert wurde, war Riedel als Trainer tätig, kurzzeitig auch für den späteren Weltklasse – Skispringer Jens Weißflog.
Der Vater schrieb seine Diplomarbeit über Schanzenanläufe, der Sohn Peter Riedel baut Schanzenanläufe auf der ganzen Welt. Und er baut mobile Minischanzen. So ist es auch kein Wunder, dass die mobile Schanze des WSV 1923 aus der Werkstatt von Peter Riedel kommt und sein Vater Eberhard mit dabei war, als diese im Februar diesen Jahres im Berliner Sportforum eingeweiht wurde. Bei einem seiner letzten öffentlichen Auftritte gab es auch ein freudiges Wiedersehen mit dem Weggefährten Helmut Recknagel. Mit dabei waren auch ihre sportlichen Nachfolger Jens Weißflog im Skispringen und Ulrich Wehling in der Nordischen Kombination.
Wir werden Eberhard Riedel als einen unserer Freunde nicht vergessen.
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