Gleich zwei Weihnachtsfeiern gab es in der vergangenen Woche beim WSV 1923 Bad Freienwalde e.V. Das lag nicht nur daran, dass die jungen Sportler ihre Feier nach dem Training am Mittwoch bereits hatten. Vielmehr hätte der Vereinsraum in der 40 – Meter – Schanze am Freitag nicht mehr für alle Mitglieder ausgereicht.
Und so konnte der Wintersportverein nicht nur allen Athleten – den „alten“ und den im Jahr 2019 neu dazu gekommenen – herzlich gratulieren zu den im abgelaufenen Jahr erreichten hervorragenden Ergebnissen. Ohne Übertreibung kann gesagt werden, das Jahr war das erfolgreichste in der bisherigen Bilanz der Nachwuchssportler im Spezialsprunglauf und in der Nordischen Kombination seit der Neugründung des WSV im Jahr 2001. Bad Freienwalder Springer nahmen an insgesamt 18 Wettkämpfen in Deutschland und Polen teil. Dabei konnten sie 29 Mal das obere Treppchen besteigen. 27 Mal erkämpften die Sportler einen zweiten Rang und 11 Mal den dritten Platz. Dazu kamen 8 vierte, 4 fünfte und 5 sechste Plätze. Besonders wertvoll davon waren die vier Siege beim Deutschen-Skiverband Schülercup, was den Deutschen Meisterschaften der Jugend entspricht, durch Max Unglaube und Moritz Terei. Max Unglaube war auch der Gesamtsieger dieses Schülercups 2018/19 im Spezialsprunglaufund damit Deutschlands bester Skispringer in seiner Altersklasse. Moritz Terei belegte in der Gesamtwertung dieses Schülercups im Spezialsprunglauf einen vierten Platz und in der Nordischen Kombination den fünften Platz. Beim internationalen FIS Schüler Grand Prix in Ruhpolding wurde Moritz Terei beim Spezialsprunglauf Einzel Dritter und mit der Deutschland – Mannschaft belegter er den ersten Platz.
Zu den hervorragenden Leistungen trugen sicher auch die drei Trainingslager bei, an denen die Sportler des WSV 1923 e.V. 2019 teilnahmen. Auch hier ist wieder besonders das Elitecamp in Villach (Österreich) zu nennen, zu dem der DSV die besten jungen Sportler Deutschlands eingeladen hatte. Vier- bis fünfmal Training in der Woche zahlen sich aus. Aber – und das kann gar nicht oft genug gesagt werden – diese Leistungen sind auch das Ergebnis der hervorragenden Arbeit unseres Landestrainers Stefan Wiedmann, für die er vom DSV mit dem Titel „Bester Trainer Deutschlands“ ausgezeichnet wurde, hohe Anerkennung und Würdigung für die Entwicklung vom ersten Skispringer auf der neuen Schanzenanlage 2002 in Bad Freienwalde bis hin zum heutigen Landestrainer Brandenburg für einen, der 2020 erst 30 Jahre alt wird. Dafür wurde Stefan Wiedmann von den Eltern der Springer und Springerinnen und vom Vorstand des WSV beglückwünscht.
Und schließlich wären diese hervorragenden Leistungen nicht möglich, wenn es dem WSV nicht immer wieder gelingen würde, die materiellen Voraussetzungen zu erhalten und weiter zu verbessern. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisten die drei technischen Mitarbeiter unter der Leitung von Jens Schröder, die jeden Tag dafür sorgen, dass die Anlage top fit für das Training ist. In diesem Jahr hatten die drei unter anderem wesentlichen Anteil daran, dass die K 40 – Schanze erneuert werden konnte und die K 60 verbessert. Aus den Händen des Vorstandes erhielten sie dafür ein kleines Dankeschön.
Aber auch viele andere hatten und haben ihren Anteil daran, dass die Schanzenanlage im Papengrund zu einer der modernsten und am besten gepflegten Anlagen für die Nachwuchsgewinnung Leistungssport Spezialsprunglauf/Nordische Kombination gehört. Dazu gehören natürlich die Mitglieder des Wintersportvereins, die durch viele ehrenamtlichen Stunden nicht nur die Veranstaltungen möglich machen, sondern die auch oft unbemerkt viele Stunden dafür opfern, dass organisatorisch und materiell und auch durch Unterstützung im Trainingsbetrieb alles klappt beim WSV 1923 Bad Freienwalde e.V. Und nicht zuletzt und nicht genug zu würdigen die Sponsoren und Förderer der Arbeit des WSV. Ohne diese politische, finanzielle oder materielle Hilfe wären die Erfolge über viele Jahre hinweg in Bad Freienwalde nicht möglich. Das Jahr 2019 ist auch dafür ein gutes Beispiel. Von drei Förderanträgen wurden zwei bewilligt. Fast das gesamte Material für die Erneuerung der Schanzen und weitere Arbeiten konnte durch privates Sponsoring finanziert werden. Mehrere hochwertige Skiausstattungen wurden den Sportlern des WSV kostenlos zur Verfügung gestellt, um nur einiges zu nennen. Und schließlich unterstützt die Sparkasse Märkisch – Oderland nicht nur den WSV in jedem Jahr sondern auch die besten Sportler des Vereins direkt.
Die ganze organisatorische Arbeit läuft bei einem Mann zusammen, den wohl alle Skisprungbegeisterte und -funktionäre in Bad Freienwalde, Brandenburg, Deutschland und Polen kennen, Günther Lüdecke. Unermüdlich rackert er für die Nachwuchsarbeit in Bad Freienwalde, kommt von Joachimsthal – wo er wohnt – die 50 km nach Bad Freienwalde, wenn er gefordert ist; und das ist mehrmals in der Woche. Wenn man mit ihm bei Skisprungveranstaltungen in Deutschland und Polen oder anderswo auftaucht, wird er sofort begrüßt. Egal ob das der Präsident des Polnischen Skiverbandes ist oder Adam Małysz, ehemaliger Weltklassespringer, oder Horst Hüttel, Sepp Buchner oder Christoph Klumpp sind, Funktionäre und Trainer des Deutschen Skiverbandes im Spezialsprunglauf und in der Nordischen Kombination. Neulich beim Weltcup in Wisła erkundigte sich Richard Freitag sehr interessiert nach den Ergebnissen unserer Springer beim Jugendspringen. Der DSV baut auf Bad Freienwalde, wenn es darum geht, neue Formen der Nachwuchssichtung zu entwickeln. Der Nord-Cup, der 2019 erstmals und in Bad Freienwalde startete, ist ein Beleg dafür. Zuletzt beim Weltcup in Zakopane kam Walter Hofer auf Günther Lüdecke zu und wollte mit ihm ein neues interessantes Projekt besprechen, das 2021 in Bad Freienwalde starten soll. Das alles sind Zeichen dafür, wie hoch die Arbeit des WSV und seiner Mitglieder in der europäischen Skisprungwelt anerkannt wird. Am Sonnabend wurde Günther Lüdecke für seinen Anteil daran mit dem Titel „Sympathieträger des Sports“ in Potsdam ausgezeichnet. In der Laudatio dazu heißt es: „Er macht aus dem Flachland Brandenburg eine kleine Hochburg für das Skispringen. So hat er einen großen Anteil daran, dass in Bad Freienwalde – weit weg von Alpen oder Thüringer Wald – eine moderne Schanzenarena steht. Doch Günther realisiert auch viele Bildungs- und Wettkampf-Projekte und kooperiert dabei oft mit polnischen Partnern.“